Zitate von Pater Werenfried


Was ich euch aus meinem erfüllten Leben sagen möchte: Das Evangelium stimmt. Nie hat mich der Herr im Stich gelassen. Immer hat Er mir geholfen und das gegeben, um was ich Ihn für die Kirche in Not gebeten habe. Darauf baut mein grenzenloses Vertrauen. Es wurde zu meiner zweiten, oder besser gesagt, zu meiner wahren Natur. Jesus, unserem Herrn, sei Dank, Lob seiner Mutter Maria. Euch aber bitte ich, helft mir, die vielen Projekte zu unterstützen, für die wir uns gemeinsam verpflichtet haben. Denkt an die jungen Menschen, die ihr Leben Gott weihen, um Ihm und den Geringsten zu dienen. Helft mir, die Kirche dort aufzubauen, wo sie in Not ist.

Nur wer in blindem Vertrauen jeden Augenblick Gottes Willen zu tun versucht, kann ohne Furcht der Zukunft entgegengehen. Das hat Maria getan, als sie von Nazareth nach Bethlehem ging. Es war der letzte Tag vor Jesu Geburt. Mit St. Josef, ihrem keuschen, demütigen Gatten, begann sie das letzte Stück ihrer Reise. Sie spürte die Ermüdung und die schneidende Kälte. Sie wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Alles war unsicher. Aber ihre Gedanken waren nur bei Jesus. Nur das Vertrauen in den Vater trug sie; nur die Erwartung des Sohnes erfüllte sie; nur die Liebe des Hl. Geistes durchströmte sie. Nach Gabriels Wort „Fürchte dich nicht, Maria“ hat sie neun Monate lang keine Angst gehabt. Darum sorgte Gott für alles. Denn als die Müdigkeit Maria und Josef überwältigte und die vielen geschlossenen Türen ihre menschliche Widerstandsfähigkeit beinahe gebrochen hatten, fanden sie eine Höhle und eine Krippe und die Wärme eines Tieres. Und im Lichte eines Himmels, der sich öffnete, um Mariens Dankgebet entgegenzunehmen, hat sich ihr jungfräulicher Schoß geöffnet, um der Menschheit Gottes Sohn zu schenken. So begann unsere Erlösung.

Alle Menschen, die Christus durch sein Blut erlöst hat, sind Kinder Mariens. Nicht nur die Frommen und die Heiligen, sondern auch die Schwachen und die Mutlosen. Auch die Sünder und Abtrünnigen. Auch die Glaubensverfolger. Auch die Verräter, die in ihren Herzen bereits vom Glauben abgefallen sind und unter der Maske ihres Priestertums das Verderben in der Kirche verbreiten. Sie ist auch die Mutter der Kirche. Sie hilft dem Papst und tröstet ihn in seinem großen Kummer und Alleinsein, wenn er unter dem Verrat, der Fahnenflucht, der Ungehorsamkeit und der Sabotage so vieler Priester und Hirten leidet, die seine treuesten Mitarbeiter sein sollten. Sie hat Mitleid mit dem ganzen Menschengeschlecht, das, in die Irre geführt, beschmutzt und vom bösen Geist verdorben, sich gegen Gott erhebt und sich weigert, ihm zu diesen. Sie, die alle Ketzereien überwunden hat, ist fest entschlossen, auch die gefährlichste Irrlehre der Geschichte, den atheistischen Kommunismus, zu besiegen.

Unsere Vorfahren besangen sie als Meerstern. Ave, maris Stella! Je dunkler die Nacht über die Welt herabsank, umso heller strahlte Mariens Licht, das Suchern und Verirrten den Weg zeigte. So ist es auch jetzt. Überall, wo Menschen guten Willens ihrem Licht folgen, überwindet sie die Finsternis. Sie siegt in der Seele aller, die sich ihr vorbehaltlos anvertrauen. Während das Böse überall zunimmt, gewinnt in ihnen das Gute die Oberhand. Während eine Flut von Sünde die Welt überspült, triumphiert in ihnen Gottes Gnade. Während sich der Irrtum hemmungslos verbreitet, sind sie Zeugen für Gottes Wahrheit. Während Zwietracht die Kirche spaltet, retten sie ihre Einheit durch die Liebe. Während der Papst von unzähligen verlassen wird, stellen sie sich auf seine Seite, um ihn zu verteidigen. Und während das apokalyptische Tier öffentlich triumphiert, siegt Maria im verborgenen Leben ihrer Kinder.

Gott erforscht Herz und Nieren. Er kennt das Maß unseres Glaubens. Er weiß, wie ernst wir die Botschaft nehmen, die Jesus und in seinem Namen gebracht hat. Er sieht sonnenklar, was wir von ihm und was wir von uns selbst und von anderen erwarten. Er will aber unser Vertrauen nicht mit der Welt teilen. Darum enttäuscht er oft alle irdischen Erwartungen und Hoffnungen, um selbst unsere einzige Hoffnung und Erwartung zu sein. Er fordert unsere totale Hingabe. Diese Hingabe mag nach menschlicher Weisheit ein Wagnis scheinen, nach Gottes Weisheit ist sie vollkommene Geborgenheit in ihm, der unendlich gut und allmächtig ist.

Gott allein kann uns retten. Das ist eine Demütigung für unseren Stolz, aber beängstigend ist es nicht. Gott ist der einzige Verbündete, der selbstlos ist: Seine Rettung ist anders als jeglicher menschliche Ausweg, aber zugleich sicherer, dauerhafter und unendlich besser. Gott allein kann uns retten. Das ist die Einsicht, die immer wieder aus Irrtümern und Illusionen gewonnen wurde. Das Wissen, das erworben wurde, nachdem alle anderen Mittel erschöpft waren. Die Juden wussten es, aber sie wussten es erst in der babylonischen Gefangenschaft. Und die bedrohte Christenheit früherer Jahrhunderte wusste es, aber erst, als die Türken im Herzen Europas standen. Auch wir wissen es, zur elften Stunde, und es soll uns beruhigen.

In der hl. Kommunion empfangen wir Christus in Brotgestalt. In den Armen, denen wir begegnen, empfangen wir ihn in der Gestalt von Fleisch und Blut. Es ist derselbe Christus. Beim letzten Gericht wird er sagen: „Ich war hungrig, nackt und krank, ich war obdachlos und im Gefängnis...“ Er wird uns nicht kennen, wenn wir ihn nicht gekannt haben in den Unterernährten und Nackten, in den Kranke, Flüchtlingen, Obdachlosen, Verfolgten und Gefangenen. Sie warten auf unsere Liebe. In ihnen wartet Christus.

Unser Werk gibt euch die Möglichkeit, durch Mitleiden an Jesu Schmerz teilzunehmen. Über alle Grenzen hinweg bringen wir etwas von euch – einen Teil eures Besitzes, ein Stück eures Herzens, eine Handvoll Trost, ein Tuch, um seine Tränen zu trocknen – in die Länder, in denen der Herr aufs neue seinen Kreuzweg geht und auf den Kalvarienbergen des 20. Jahrhunderts stirbt. Durch unsere Vermittlung seid ihr imstande, wie Veronika oder Simon von Cyrene seinen Kreuzweg zu erleichtern und wie Maria oder Johannes unter seinem Kreuz zu stehen. Entzieht euch dieser Aufgabe nicht. Denn nichts ist schlimmer, als sich gleichgültig von Jesus abzuwenden, der in seiner Kirche leidet. Und nichts ist wertvoller, als den verlassenen Jesus in seinen leidenden Brüdern zu trösten.

Top