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Weltjugendtag Denver 1993

Am 14. August durfte ich auf dem Weltjugendtag in Denver (USA) die nächtliche Gebetswache des Hl. Vaters mit der Jugend einleiten und Hunderttausende Jugendliche für die Neuevangelisierung des ehemaligen Sowjetreiches interessieren.

Als der päpstliche Hubschrauber über dem riesigen Kongressgelände auftauchte, unterbrach ich meine Ansprache und rief den jungen Leuten zu: „Jetzt kommt der Papst! Lasst uns bereit sein, ihn zu trösten in seinem Kummer über den Verrat, die Fahnenflucht, den Ungehorsam und die Sabotage so vieler, die seine treuesten Helfer sein sollten.“

Der Papst weiß, dass schon jetzt durch unser Medienapostolat die uralte Bitte erfüllt wird: „Rorate coeli desuper... Tauet, ihr Himmel, von oben; ihr Wolken, regnet herab den Gerechten!“ Getragen von den modernsten Mitteln der Technik, sinkt das ewige Wort Gottes, die Frohe Botschaft Jesu Christi, herab bis in die fernsten Winkel des zusammengebrochenen Sowjetreichs. Tag und Nacht sinkt es herab auf eine verbrannte Erde und in die hungernden Seelen, die auf den Erlöser warten.

Aber der Papst weiß auch, dass dies nicht genügt. Denn er glaubt an Mariens Worte in Fatima, dass die Bekehrung Russlands mit jener der westlichen Christenheit einhergehen muss. Und er weiß, dass die Neuevangelisierung in Ost und West ohne eine neue Generation treuer und heiliger Priester nicht möglich ist.

Darum rief ich meinen Hörern zu: „Glaubt nicht, dass das Gottesreich in Russland und Osteuropa allein mit religiösen Radioprogrammen wiederhergestellt werden kann! Ich sage euch, dass die Welt tödlich bedroht ist, wenn der Herr der Ernte jetzt nicht Tausende Priester und Ordensleute in seinen Weinberg schickt. Dies ist aber nicht möglich ohne euer Mitwirken.“ Und ich sprach die Hoffnung aus, dass die Stimme Jesu an diesem Weltjugendtag in vielen Herzen vernommen werden möge. Dass viele ihr Gehör schenken und bereit sein würden, sich als Priester oder Ordensschwester für die Kirche in Not einzusetzen. Und ich habe nicht verschwiegen, dass niemand diese schwere Aufgabe erfüllen kann, ohne bereit zu sein, sich täglich aufs neue zu bekehren. Denn wir sind allemal Sünder. Jeder von uns. Wir wissen, was wir in unserem Leben ändern müssen. Womit wir aufhören, was wir beichten müssen. Wir wissen es. Der Lebensweg zahlloser Christen ist ein Irrweg geworden. Lasst uns umkehren, bessere Menschen werden und Gott davon überzeugen, dass es noch der Mühe wert ist, uns zu retten.

Und dann kam der Papst. Er wurde jubelnd empfangen von einer neuen Generation. Von einer Generation, die vom Virus der postkonziliaren Krise nicht angesteckt ist; die kein Interesse mehr hat für die Abschaffung des Zölibates, für weibliche Priester, für Laien im Lehramt und für andere aufgebauschte Probleme der revoltierenden Minderheit.

In Denver ist der Papst einer neuen Jugend begegnet. Sie ist keine Jugend ohne Probleme. Aber eine Jugend ohne Bitterkeit, ohne Aggressionen, ohne Verzweiflung oder Zerstörungswut. Eine Jugend auf ehrlicher Suche, die ihre Probleme der Kirche und ihren Priestern unterbreiten will, sich hinkniet, betet, beichtet, kommuniziert und ihre Kraft in der Gnade Gottes sucht.

Während der Gebetswache hat der Hl. Vater die Jugend aufgerufen, auf die Stimme des Guten Hirten zu hören und ihm auf dem Pfad der Wahrheit zu folgen. Er hat daran erinnert, dass das Blutbad, das unter unschuldigen Kindern durch die Abtreibung angerichtet und der Mord, der unter dem Mantel der Euthanasie an kranken und alten Menschen begangen wird, unerlaubt bleibt, auch wenn menschliche Gesetze beides erlauben. Für ihn ist der gekreuzigte Christus das Zeichen des Widerspruchs gegen jede Missachtung des Gebotes „Du sollst nicht töten“. Es war nicht nur in steinerne Tafeln gemeißelt, sondern von Anfang an ins menschliche Herz, das Heiligtum des eigenen Gewissens, eingeprägt. Kain, der seinen Bruder erschlug, war der erste, der die Kraft dieses Gebotes zu spüren bekam: seiner Ausrede, „bin ich denn der Hüter meines Bruders“, widersprach eine innere Stimme, die ihm sagte: “Du bist ein

Mörder“. Diese Stimme was sein Gewissen, das sich nicht zum Schweigen bringen ließ.

Today this voice has been silenced in countless hearts. That is why the threats to life become so monstrous. Said the Pope: “They are scientifically and systematically programmed threads. The Twenties Century will go down in history as an age of massive attacks on life, as an unending series of wars and a permanent massacre of innocent human lives. The false prophets and the false leaders are enjoying their greatest success. In the same false models of progress have endangered the ecological balance of the earth. Man, created in the image and likeness of his Creator, has the duty to be the Good Shepherd of his environment. Instead, man himself has become its destroyer…”

Heute ist diese Stimme in unzähligen Herzen verstummt. Darum sind die Bedrohungen für das Leben so ungeheuer groß geworden. Der Papst: „Es sind wissenschaftlich und systematisch programmierte Bedrohungen. Das 20. Jahrhundert wird in die Geschichte eingehen als ein Zeitalter massiver Angriffe auf das Leben, als eine endlose Serie von Kriegen und als eine permanente Vernichtung unschuldigen menschlichen Lebens. Die falschen Propheten erfreuen sich größten Erfolgs! Ebenso haben falsche Entwicklungsmodelle dazu geführt, das ökologische Gleichgewicht der Erde zu gefährden. Der nach dem Bild und dem Gleichnis des Schöpfers geschaffene Mensch muss auch der Gute Hirte seiner Umwelt sein und ist jetzt zu ihrem Zerstörer geworden...“ Der Papst hat klar gesprochen. Als ich mich von ihm verabschiedete, sagte er, dass ich mein Werk fortsetzen und weiterkämpfen soll. Und in Königstein fand ich den Brief eines Priesters aus Osteuropa mit dieser Botschaft: „Danken Sie Ihren Wohltätern in meinem Namen. Sagen Sie ihnen, dass wir ohne ihre Liebe und ihre Gebete die Jahre der Verfolgung, als so viele Bischöfe, Priester und Laien für den Glauben gestorben sind, nicht überlebt hätten. Sagen Sie ihnen, dass sie für uns der barmherzige Samariter gewesen sind... Aber bitte, bitte sagen Sie ihnen auch, dass ihr Werk der Liebe jetzt erst richtig beginnt.“