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11. September 2001
| Abtreibung | Hilfe für die Russisch-Orthodoxe Kirche


Hilfe für die Russisch-Orthodoxe Kirche

Unser Wille zur Versöhnung wird nur dann glaubwürdig sein, wenn wir dieses Land, das mehr und länger als alle anderen Länder unter dem Kommunismus gelitten hat, mit Händen voller Liebe und Güte betreten. Denn wir sind reich, und Russland ist arm. Diese Armut und die Tatsache, dass dort unzählige Menschen korrupt, verdorben, arbeitsscheu oder Alkoholiker geworden sind, ist dem unmenschlichen System zuzuschreiben, das sich hier 70 Jahre lang behaupten konnte. Wie würde es nach drei Generationen unter atheistischer Diktatur wohl bei uns ausschauen?

Hier nützen keine Worte, sondern nur Taten! Kein einziger Russe wird uns glauben, dass wir ihn lieben, wenn wir nicht bereit sind zu helfen. Unser Werk tut das seit vielen Jahren. Jetzt, da alle Türen nach dem Osten offen sind, soll diese Hilfe verstärkt und deutlich vermehrt werden. Falls das unsere Kräfte übersteigt, muss sich die Zahl der Beter und Helfer vervielfachen und müssen wir mehr denn je unsere Hoffnung auf Maria setzen. Auch das ist ein Anliegen unserer Rosenkranzaktion. Zweifelt nicht! Gott wird uns beistehen, und Russland wird durch Maria gerettet werden, denn es gibt Fortschritte, und die Lage ist nicht hoffnungslos.

Die orthodoxe Hierarchie akzeptierte gerne unsere Hilfe in katechetischen Bereich, unsere Radioprogramme, unseren Film- und Videoservice, unsere Studienbeihilfen, die Hunderttausende Bücher, die wir seit Jahren in Russland verbreiten, und unsere Pläne, beim Wiederaufbau verwüsteter Kirchen zu helfen und den orthodoxen Priestern Existenzhilfen zu gewähren.

Ich begegnete einem Bischof, der für 50 Priester Sorge tragen muss. Ihr Einkommen beträgt 2.000 bis 3.000 Rubel im Monat. Das sind 7 bis 10 Dollar. Im Monat! Zum Überleben müssen sie sich Nebeneinkünfte suchen. Und haben dann kaum noch Zeit für ihren priesterlichen Dienst. Können wir dann sagen: „Wir haben genug getan“? Das Evangelium verlangt mehr.

Die Christenheit wird getestet. Die Orthodoxe Kirche in Russland wird in ihrem Glauben auf die Probe gestellt. Sie muss blind auf Gott vertrauen und an seine unbegreifliche Vorsehung glauben. Wir aber werden in der Liebe auf die Probe gestellt. Wir müssen beweisen, dass wir über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg die Liebe haben. Die geduldige, verzeihende, begreifende, helfende und tröstende Liebe. Die Liebe, die wie eine Flamme die Glaubensnacht der Orthodoxen Kirche erleuchtet und ihre Hoffnung entfacht, so dass sie nicht unter den Schwierigkeiten zusammenbricht.

Darum bitte ich Euch, die orthodoxen Brüder, die jetzt mit unserer Hilfe rechnen, und alle anderen, die bereits vor langer Zeit unserer Sorge anvertraut wurden, zu ermutigen durch ein inständigeres Gebet, durch eine größere Gabe, aber vor allem durch das Zeugnis eines unverfälschten christlichen Lebens, damit sich endlich das Wort der Liturgie bewahrheitet: „Seht, der Herr wird kommen und alle seine Heiligen mit ihm, und an diesem Tag wird ein großes Licht erscheinen, Alleluja“.