Gebete
Darum, Mutter Maria, kommen wir zu dir im wilden Sturm, den der Fürst der Finsternis entfesselt hat. Du siehst, dass Millionen deiner katholischen, orthodoxen und evangelischen Kinder zutiefst verletzt, pervertiert und entmenschlicht worden sind oder noch immer seufzen unter dem Terror von Atheisten, die den allmächtigen vom Thron stoßen und sein Reich in den Herzen der Gläubigen zerstören wollen. Du siehst, dass Millionen Flüchtlinge entwurzelt und in Gefahr sind, die Hoffnung zu verlieren. Du siehst, dass in der Dritten Welt unzählige Millionen Ausgebeutete an den Küsten unseres Egoismus gestrandet sind. Und du siehst, dass der Rauch Satans bis ins Heilige der Heiligen vorgedrungen ist; dass der Sturm der Verwirrung auch den sichersten Hafen von Gottes Kirche heimsucht. Sogar Auserwählte reißt er los von ihren Ankern und los von Gott. Du siehst, dass Priester jeden Ranges und jeder Würde den Kompass verloren haben, dass sie den Kurs Petri sabotieren und mitten im kochenden Meer sein Schiff zerstören. Und Jesus schläft.
Mutter, wenn selbst die Apostel im Sturm kleinmütig geworden sind, wirst du auch unsere Angst verstehen. Sage deinem Sohn, dass er hören muss auf unseren Notschrei: „Herr, rette uns, denn wir gehen zugrunde!“ Denn uns ist bange vor der Verwirrung, dem Zwiespalt und der Untreue zu Gott, die sich wie eine Pest in der Kirche ausbreiten. Ist der Riss, der das Volk Gottes teilt, nicht eine Kollektivsünde gegen den Hl. Geist? Siehst du nicht, Mutter, dass das Streben nach Einheit mit den von uns getrennten Brüdern und die Bemühungen, den alten Glauben auf neue Weise zu verkünden, Hand in Hand gehen mit uferlosen Exzessen, die der Einheit, dem Frieden, der Gewissensruhe und der Glaubenstreue zahlloser Katholiken unabsehbaren Schaden zufügen? Was wir jetzt sehen, ist keine Wachstumskrise, sondern Zerfall. Kein vielversprechender Frühling, sondern dunkler Herbst. Kein Ausschlagen neuen Lebens, sondern massiver Abfall toter Äste und dürrer Ranken, die mit dem göttlichen Weinstock keine Verbindung mehr haben. Anstatt die Welt zu durchsäuern mit dem Sauerteig des Evangeliums, lassen sich unzählige Christen in Gärung bringen vom Sauerteig der Welt, obwohl Christus eindeutig mit dieser Welt gebrochen hat.
Mutter, jetzt da die Not wieder einem Höhepunkt entgegen zu gehen scheint und die Mächte der Finsternis freies Spiel zu haben scheinen, jetzt rufen wir mit kindlichem Vertrauen nach deiner mächtigen Hilfe. Jetzt, da wir steuerlos auf den Wogen dieser Zeit weggeschwemmt werden, legen wir uns selbst und die ganze geschändete Welt und unser Werk für die Kirche in Not in deine mütterlichen Hände. Wir weihen uns dir, heilige Jungfrau von Fatima. Bewahre uns in der Liebe deines Sohnes, schütze uns vor der Bosheit der Welt, und führe uns sicher zum Herzen Gottes. Und gib, Mutter, wenn wir durch das dunkle Tor des Todes gegangen sind und vor dem Richterstuhl deines Sohnes stehen werden, dass wir dich dort finden mit einem Lächeln in deinen Augen und dass wir ruhig sagen dürfen:
Grüß dich , Mutter.
Um sich dem Unbefleckten Herzen zu weihen, bat Pater Werenfried seine Wohltäter darum, das folgende Gebet zu sprechen, das die Kirche empfiehlt:
Jungfrau von Fatima, Mutter der Barmherzigkeit, Königin des Himmels und der Erde, Zuflucht der Sünder, wir weihen uns in besonderer Weise Deinem Unbefleckten Herzen.
Mit diesem Weiheakt erneuern wir mit Dir und durch Dich alle Taufgelübde und verpflichten uns, die vom Evangelium geforderte innere Umkehr zu vollziehen, uns von der Eigenliebe loszulösen und keine billigen Kompromisse mit der Welt zu machen, damit wir ganz zu Deiner Verfügung stehen und stets den Willen des Himmlischen Vaters erfüllen.
Außerdem vertrauen wir Dir, gütigste und mildreichste Mutter, unser ganzes Sein und unsere christliche Berufung an. In dieser Entscheidungsstunde, die schwer über der Welt lastet, bist Du das Zeichen des Heils. Wir wollen unser Leben nach Deinen Wünschen ausrichten im Geiste der Buße und des Gebetes. Wir wollen mit Eifer das heilige Messopfer mitfeiern, apostolisch wirken, täglich andächtig den Rosenkranz beten und entsprechend dem Evangelium ein opferfreudiges Leben führen – fähig zu Verzicht und Sühne. Wir wollen aller Welt ein Beispiel christlicher Tugend und Reinheit vorleben.
Mitten in der vielfachen Ablehnung gegen das päpstliche Lehr- und Hirtenamt, dem Fundament der Kirche, versprechen wir, dem Heiligen Vater die Treue zu halten, vereint mit den ihm verbundenen Bischöfen und Priestern. Unter Deinem mütterlichen Schutz wollen wir die Apostel der heute so notwendigen Gebets- und Liebesgemeinschaft für unseren Papst sein und erflehen für ihn Deinen besonderen Schutz. Auch versprechen wir Dir, für alle Seelen zu beten und – soweit es uns möglich ist – Menschen, die uns begegnen, immer Dir zuzuführen und zu einer echten Verehrung Deines Herzens zu bewegen.
Da die Gottlosigkeit sehr vielen Gläubigen den Glauben geraubt hat, die Entweihungen bis in den heiligen Tempel Gottes eingezogen ist, ohne viele unserer Priester zu verschonen, das Böse und die Sünde immer mehr die Welt überfluten, wagen wir vertrauensvoll die Augen zu Dir zu erheben, Du Mutter Jesu und unsere mächtige und barmherzige Mutter, und bitten Dich jetzt erneut um die Rettung Deiner Kinder. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
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