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11. September 2001
| Abtreibung | Hilfe für die Russisch-Orthodoxe Kirche


Unsere verfolgten Brüder

Christenheit, wache auf! Die Welt brennt. Die Kirche blutet. Christus stirbt in unzähligen. Hunderte von Bischöfen sind ermordet, gefangen, verbannt, von ihren Gläubigen getrennt oder in den Dienst von Gottes Feinden getreten. Zehntausende von Priestern und Ordensleuten sind der Seelsorge entzogen, aus den Kirchen verjagt, dem Samariterdienst entrissen, verhindert, das Evangelium zu verkünden und nicht selten – wo Mietlinge die Herde weiden – von ihrer eigenen kirchlichen Behörde dazu gezwungen, Propagandisten des Teufels zu werden. Millionen Gläubige irren wie Schafe ohne Hirten herum. Hunderte Millionen von Kindern christlicher Eltern, Kindern Gottes, werden zwangsweise den roten Pionieren einverleibt, marschieren hinter blutroten Fahnen und werden in wildem Hass gegen den himmlischen Vater erzogen.  

Lass uns nicht denken, dass wir am Leiden der verfolgten Kirche keine Schuld haben. Wie wir n ach dem Maß unserer persönlichen Sünden für das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus verantwortlich sind, so tragen wir Schuld an den Qualen derer, die nach dem Wort des hl. Paulus ergänzen müssen, was an Christi Leiden fehlt. Aber wenn wir alle schuldig sind, müssen wir auch alle etwas wiedergutmachen an denen, die wegen unserer Sünden den Kelch von Jesu Leiden trinken. Denn auch unsere leidenden Brüder sind nur Menschen, wie Jesus ein Mensch war, der in Todesangst Wasser und Blut schwitzte, der das Schweißtuch der Veronika und die Schulter des Simon von Cyrene und die Gegenwart seiner Mutter beim Kreuze nicht entbehren konnte. 

Gedenkt bei der Verehrung des göttlichen Herzens nicht nur des Herrn, der sühnt und blutet für die Sünden der Welt, sondern auch aller Verfolgten, die mit ihm sühnen und bluten für uns. Sie teilen nicht nur seine Schmach und sein Elend, sondern aus ihrem Mund erfahren wir auch seine bittere Klage: „Ich schaute aus, ob einer Mitleid mit mir habe, aber niemand kam. Ich suchte einen Tröster, aber keiner fand sich...“

Unsere verfolgten Brüder sind die Elite der Kirche. Mit ihnen solidarisch zu sein ist Ehrenpflicht, denn im mystischen Leib Christi bilden wir mit ihnen eine übernatürliche Einheit, die tiefer und stärker ist als jede Verbundenheit natürlicher Art. Wenn ein Glied leidet, dann leiden alle anderen mit. Das Leiden der Märtyrer kommt allen zugute. Daher ist es eine hohe Auszeichnung, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden, mit dem leidenden Herrn verbunden zu sein und an seinem Erlösungswerk teilzunehmen. Nächst Christus ist es ohne Zweifel den verfolgten Christen hinter dem Eisernen Vorhang zu verdanken, dass die Kirche auch in dieser dunklen Zeit die heilige Kirche ist, die trotz des Verrates so vieler ihrer Kinder als Braut Christi Gott wohlgefällig bleibt.  

Diese gequälte Kirche, die die Sünden der Väter in Blut und Tränen gesühnt hat und lieber unerhörte Opfer brachte, als sich den kurzlebigen Profit von Kollaborateuren und Friedenspriestern zu teilen, - diese geschmähte und oft bewusst vergessene Kirche des Schweigens ist das wahre Unterpfand unserer Rettung. Ihr müssen wir weiterhin betend und tröstend zur Seite stehen, solange sich das Schicksal der Millionen Unterdrückten nicht ändert. 

So werde ich auch weiterhin ein Bettler bleiben und euch immer wieder an die Millionen Glaubensbrüder erinnern, die unserer Sorge anvertraut sind und die bittere Herrlichkeit des Gekreuzigten tragen. In Gram und Einsamkeit, diskriminiert und ums Brot gebracht, gefoltert und psychiatrischen Zerstörungsmethoden ausgesetzt, vergessen, verkannt oder in den Rücken geschossen, in Hunger, Elend und Angst, in Fesseln, Unterdrückung und Tod, sind sie die unsichtbaren Erlöser der Welt. Das Kreuz, das sie tragen, ist euer Heil. Um ihretwillen wird Gottes Strafgericht, das vielleicht auch euch treffen sollte, von Jahr zu Jahr aufgeschoben. Sie bilden die Gruppe der Gerechten, die das moderne Sodoma, in dem auch ihr zu leben gezwungen seid, noch immer vor dem Untergang bewahren. Sie sichern euch die Barmherzigkeit Gottes. Daher haben sie Anspruch auf eure Dankbarkeit und Hilfe.