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11. September 2001
| Abtreibung | Hilfe für die Russisch-Orthodoxe Kirche


Abtreibung

Als Herodes den Mordbefehl für Bethlehem erteilte, riss der Engel Gottes Josef aus dem Schlaf und befahl: „Nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Ägypten“. Die Mörderei, die nach der Flucht der hl. Familie angerichtet wurde, ist unvergessen. Herodes der Große ist als einer der infamsten Mörder der Weltgeschichte bekannt geblieben.

Die Geschichte wiederholt sich. Damals war Bethlehem der Ort des Verbrechens; heute ist der mütterliche Schoß von Millionen Frauen zur Mordgrube geworden. Damals waren es die Fluren vor der Stadt, in denen die ermordeten Kinder bestatte wurden; heute ist es der kommunale Verbrennungsofen, in dem die Spuren des Kindermordes verwischt werden. Damals ließ ein gewissenloser König aus Angst um seinen Thron die Knaben einer Provinzstadt umbringen; heute sind es ganze Völker, die aus Angst um ihren Wohlstand ihre eigenen Kinder hinschlachten.

Was denkt Gott, der Herr über Leben und Tod, über die amerikanischen Ärzte, die ein krankes Kind im Mutterschoß töteten und seinen Zwillingsbruder leben ließen? Sie stachen dem „wertlosen“ Kind eine Nadel ins Herz und entzogen ihm so viel Blut, bis es starb... Und was denkt Gott über die christlichen Völker, die in den letzten Jahren durch ihre Abgeordneten oder sogar durch Volksentscheid eine Reihe von Tötungsparagraphen zum Gesetz erhoben haben? Und was denkt Gott über das Biologiebuch, das die Fruchtwasseruntersuchung anpreist, weil bei einem ungünstigen Befund die Abtreibung „großes Leid und große Belastung für die Eltern, das Kind und die Gesellschaft vermeiden könne“? Und was denkt Gott über den katholischen Moraltheologen, der eine derartige Untersuchung für „hilfreich“ hält? Hochwürdiger Herr Professor, falls diese Untersuchung ausweist, dass ein Kind geschädigt auf die Welt kommen könnte, in welcher anderen Weise kann sie „hilfreich“ sein, es sei denn, indem sich die Eltern über das Lebensrecht ihres Kindes hinwegsetzen und einen Killer suchen, der es tötet?

Zweifellos urteilt die Ewige Weisheit anders als der Mann auf der Straße, für den Mord kein Mord mehr ist, wenn die Krankenkasse das Geld gibt, um das Verbrechen zu verüben. Denn die Gewissen sind abgestumpft und der Verstand bis an die Grenze des Irrsinns verdüstert, seitdem das unauslöschliche Naturgesetz und die jahrhundertealte Lehre der Kirche, die für unsere Zeit ihren gültigen Ausdruck in „Humanae Vitae“ gefunden haben, nur zögernd verkündet, schuldig verschwiegen und weltweit sabotiert werden. Aber wo man die Wahrheit unterschlägt, herrscht die Lüge.

Es ist eine Lüge, dass alles in bester Ordnung sei, wenn die Abtreibung mit staatlicher Genehmigung in einem Operationssaal vorgenommen wird; eine Lüge, dass von Mord keine Rede sein könne, wenn der Arzt ein Attest mit dem Abtreibungsgrund unterschrieben hat; eine Lüge, dass man einer abtreibungswilligen Mutter den Beratungsschein ausstellen dürfe, den sie braucht, um den geplanten Mord verüben zu können; eine Lüge, dass nichts dabei sei, Kinder mit einer Salzlösung zu verätzen, zu zerstückeln, aus dem Schoß der Geborgenheit herauszureißen und in den Abfalleimer zu werfen. Wenn wir nicht den Mut haben, diesen Lügen öffentlich zu widersprechen und den Frevel, der vor unserer Tür begangen wird, mit steinharten Worten anzuklagen, sind wir an diesem Kindermord mitschuldig, schuldig vor Gott, der Mördern das Himmelreich verweigert.

Wir werden von Friedensbewegungen überflutet, die uns zur Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern aufrufen, die sich anschicken, die ganze Welt zu erobern. Welche Friedensbewegung denkt an diesen größten Weltkrieg aller Zeiten, den Krieg gegen die Kinder? Er bedroht den Frieden mehr als das grauenhafte Arsenal der nuklearen Abschreckungswaffen. Er zerstört den Frieden mit Gott!

Nach Weihnachten werden wir wieder an die Mütter von Bethlehem denken. Aber die Mörderei von Bethlehem war harmlos im Vergleich mit der Sünde unserer Zeit. Das Blut von Millionen Kindern schreit zum Himmel. Wir können nicht vor dem Kind in der Krippe knien, wenn wir das Schreien dieser Kinder nicht hören. (...) Und betet, dass die Mutter aller Mütter das Tier in uns zertreten möge. Komm, Herr Jesus, und sei uns Sündern gnädig!