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Gewissenserforschung
Sind wir mit unseren verfolgten Brüdern wirklich vereint?
Vergessen wir nicht allzu leicht ihr Elend, nachdem wir in einer Gefühlsaufwallung unsere Geldspende, die vielleicht unser Gewissen einschläfert, auf das Konto der Ostpriesterhilfe überwiesen haben?
Was machen wir aus unseren eigenen Schwierigkeiten?
Bedenken wir, dass sie nicht nutzlos sind, sondern „ergänzen, was am Leiden Christi fehlt“?
Glauben wir an den Erlösungswert unseres eigenen Kummers? Ertragen wir ihn in Vereinigung mit dem Leid der Verfolgten?
Glauben wir an die Kraft unseres Gebetes?
Gedenken wir beim Beten des Vaterunsers der Brüder in Not, für die wir nach dem Willen des Vaters sorgen müssen?
Sind wir ihnen dankbar für ihr Beispiel und öffnen wir uns der Lehre, die sie uns erteilen? Schließen wir sie als Brüder in unser Herz ein?
Oder werfen wir ihnen aus der Ferne ein Almosen zu? Ist unser Helfen ihrer Not angepasst?
Besteht es auch in Leiden, Entbehrungen und Opfern, welche die Opfer, die ihnen auferlegt sind, einigermaßen aufwiegen?
Versuchen wir, das Gewicht ihres Kreuzes ehrlich zu verteilen, so dass wir bereit sind, dieselbe Last zu tragen wie sie?
Oder geben wir uns mit einem demütigenden Mitleid und einem billigen Trinkgeld zufrieden?
„Wir erwarten nicht von euch, dass Ihr uns beklagt, sondern dass Ihr uns helft, unsere Berufung zu erkennen und ihr treu zu bleiben“, schreibt ein Familienvater aus Osteuropa. „Versprich mir, dass Du keinen Tag vorbeigehen lässt, ohne für mich und meine armen Mitbrüder zu beten“, bittet ein verfolgter Priester. „Man hat uns alles genommen, was man uns nehmen konnte; wir haben nichts mehr zu verlieren. Wir brauchen Kraft, diese Entblößung auszuhalten: betet für uns!“ fleht ein Bischof.
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